wenn einem jemand unrecht tut, was macht man da als moderner mensch? aber klar doch, man schreibt einen verärgerten eintrag in sein weblog, und erwähnt dabei auch gleich noch den namen des jenigen. die moderne form des prangers also – was hat sich unsere zivilisation doch weiterentwickelt …
dass vielleicht auch ein bahnmitarbeiter mal das recht auf einen schlechten tag haben könnte, dass auch ein bahnmitarbeiter vielleicht mal zu schlecht informiert oder geschult sein könnte, um mit einer solchen situation im sinne des kunden umgehen zu können – was soll's? wir veröffentlichen seinen realname im netz, und haben damit „so einem drecksack endlich mal gezeigt”, dass man so mit uns nicht umgehen kann. jetzt fühlen wir uns besser …
da kriegt man doch echt das kotzen!
dass blogs inzwischen eine gewisse macht sind, was öffentliche meinungsbildung angeht, ist spätestens seit dieser jamba-sache kein geheimnis mehr. aber dieses medium zu benutzen, um damit jemanden, über den man sich persönlich geärgert hat, öffentlich an den pranger zu stellen, ist für mich nur eins – ein absoluter missbrauch dieser „macht”.
herr l., sie sind ein vorbildlicher denunziant, vor ihnen sollten die bösen buben dieser welt in zukunft besser zittern – denn sie können sich ja offenbar darauf verlassen, schon beim kleinsten vergehen von ihnen in ihrem weblog namentlich angeprangert zu werden. sie sind er robin hood des kleinen mannes auf der straße, und für ihren selbstlosen einsatz möchte ich ihnen stante pede den verbraucherschutzorden am goldenen band überreichen.
(und falls sie die ironie nicht erkannt haben sollten: ja, ich bin der meinung, bei ihnen tickt's nicht mehr ganz sauber.)
[aufmerksam geworden via kellerkind at bananajoe.]